Historie

Geschichte der Neukirchener Mission


ANFÄNGE

Die Geschichte der Neukirchener Mission beginnt mit der Einweihung des Missionshauses am 27. August 1882. Als Glaubensmission von Ludwig Doll gegründet, leben die Missionare in enger geistlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit von Gott. Die ersten Missionare haben kein festes Gehalt und müssen oft unter widrigen Umständen arbeiten. Die Anfänge der Mission liegen in Gemeindegründungen und Pionierarbeit. Erste Missionsfelder sind in Java (Indonesien) und in Ägypten. Letzteres wird bald in andere Hände übergeben, dafür kommt die Arbeit in Kenia (Pokomo am Tana River) hinzu. Von Anfang an versteht die Neukirchener Mission sich als Missionsgesellschaft der Evangelischen Allianz. Konsequenterweise, kommen die Missionare aus vielen verschiedenen evangelischen Denominationen. Der Gründer Ludwig Doll stirbt schon 1883 im Alter von nur 37 Jahren, sein Nachfolger wird Julius Stursberg. Unter seiner Führung erhält die Missionsgesellschaft 1907 als „Waisen- und Missionsanstalt“ die körperschaftliche Anerkennung. 1910 stirbt Stursberg in Indonesien. Daraufhin führt Wilhelm Nitsch das Werk für mehr als 40 Jahre.



ZWISCHEN DEN KRIEGEN

Der erste Weltkrieg unterbricht die Arbeit in Ostafrika. Die kurz zuvor initiierte Mission in Urundi (heute Burundi) muss ganz aufgegeben werden, die Arbeit am Tana River kann erst 1926 fortgesetzt werden. 1928 wird das Missionsfeld im Uha-Gebiet (heutiges Westtansania) von den Missionaren Ginsberg und Kube gegründet. Im dritten Reich wird der Neukirchener Mission 1938 die Gemeinnützigkeit aberkannt. Durch den zweiten Weltkrieg muss die Arbeit wieder in allen Feldern unterbrochen werden – die Missionare in Afrika und Indonesien werden interniert.



NACH 1945

Danach geschieht die Missionstätigkeit unter anderen Vorzeichen. Fortan arbeiten die Missionare mit internationalen und einheimischen Partnern und Partnerkirchen zusammen: Die GKJTU in Indonesien, die AIC in Kenia/Tansania und die Anglikanische Kirche in Tansania. 1974 kommt Peru als weiteres Missionsland hinzu. Von 1976 bis 2001 ist die Neukirchener Mission mit der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland in einem Verein assoziiert. Durch den Zusammenbruch der Sowjetunion öffnen sich viele Möglichkeiten. In der Slowakei wird eine Schriftenmission initiiert die nicht nur die Slowaken, sondern auch die große ungarische Minderheit im Land erreicht. In der Ukraine wird eine neue Kirche gegründet. Schwerpunkte sind Gemeindegründungen, Kinder- und Jugendarbeit sowie die Ausbildung und Begleitung von Leitern. In Lettland wurden in Sigulda eine Gemeinde- und Jugendarbeit gegründet. Hier geschieht die Evangelisation viel über persönliche Kontakte und Begleitung in schwierigen Lebenslagen.



MISSION HEUTE

Das Bild der Missionare hat sich in den letzten 100 Jahren gewandelt. Waren die Missionare früher Pioniere und Leiter der ersten Reihe, treten sie heute in den Hintergrund und übernehmen oft mehr beratende Tätigkeiten. Anstelle der selbstständigen Arbeit sind Kooperationen getreten. Unsere Missionare sind in die Strukturen in den Partnerländern integriert. Auch die Unterstützung der Missionare hat sich gewandelt. Alle unsere Angestellten beziehen heute feste Gehälter. Das ist zum einen vom deutschen Staat mit Blick auf Sozialversicherungspflicht vorgeschrieben, entspricht aber auch unserem Wunsch, den Missionaren über ihre Anstellungszeit hinaus eine Absicherung zu gewähren. Früher haben die Leute einfach „für die Mission“ gegeben. Heute hat jeder Missionar eine Heimatgemeinde, die ihn unterstützt. Die Geber wünschen sich eine Beziehung zum Missionar und möchten sehen wohin ihr Geld fließt. Christen aus Deutschland besuchen die Missionare und möchten die Arbeit einmal kennen lernen.